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Was ist Legasthenie


Ideen zum Verständnis des Phänomens der Legasthenie


Die Zahl der Schüler an unseren Schulen steigt, denen es nicht gelingt mit der gewünschten Schnelligkeit zu lesen oder die Texte nur ungenau oder gar nicht erfassen können, während die Fähigkeit richtig und fehlerfrei zu schreiben abnimmt. Dieses Unvermögen wird häufig als Teilleistungsstörung oder als Legasthenie definiert.

Die auftretenden Probleme beziehen sich aber nicht nur auf die Bereiche des Lesens und Schreibens, sondern können sich auch auf den mathematischen Bereich erstrecken. Auch Aufmerksamkeitsdefizite und Wahrnehmungsstörungen gehören zu den häufig beobachteten Erscheinungsbildern.
Wo sind die Ursachen dafür zu finden?

Menschen, die Dinge tun müssen, die sie nicht wirklich können, sind in der Regel verunsichert und suchen nach Wegen, diese Situationen zu vermeiden.

Kinder oder Erwachsene Legastheniker haben aber kaum die Möglichkeit Situationen zu umgehen, in denen sich ihr scheinbarer Mangel offenbart. Schulkinder müssen täglich schreiben, lesen oder rechnen. Sie erleben an jedem Schultag erneut ihr Unvermögen und das vergrößert ihre Unsicherheit.

Zum Schutz erfinden sie Mechanismen, die ihr Nichtkönnen verbergen sollen und suchen nach „Eselsbrücken". Diese Hilfskonstruktionen erweisen sich dann dem wirklich verstehenden Lernen gegenüber oft als störend. Zusätzlich erschwerend wirkt die Tatsache, dass als Ursache für den fehlenden Zugriff auf die Buchstabenwelt noch oft eine Behinderung oder Hirnschädigungen vermutet wird. Durch persönliche Erfahrungen und Forschungen hat Ronald D. Davis eine Methode zur Korrektur der Legasthenie entwickelt, die sich die Tatsache zunutze macht, dass die Schwierigkeiten mit den Buchstaben und gleichzeitig ein großes kreatives Potential auf ein und dieselbe gemeinsame Ursache zurückgehen.


Das Talent legasthenischer Kinder liegt in ihrer Vorstellungskraft. Diese lässt sie ihre Phantasiewelt real erleben und ermöglicht ihnen, in Bildern zu denken. Berühmte „legasthenische" Persönlichkeiten haben durch diese Fähigkeit Meisterleistungen hervorgebracht, wie z.B. Leonardo da Vinci und Albert Einstein. Die Veranlagung zu legasthenischen Symptomen entstammt der gleichen Wurzel, die auch zu genialen Leistungen führen kann. Ein Architekt z.B. bewegt sich in den Räumen eines Hauses, was soeben in seiner Phantasie entsteht, lange bevor der Entwurf auf dem Papier erscheint bzw. das Haus gebaut wird. Dazu benötigt er ein bildhaftes Denken und die Fähigkeit, sich so zu desorientieren, dass er sein Phantasiehaus besichtigen kann. Eine ganz andere Erfahrung ist es, wenn man unfreiwillig in den Zustand der Desorientierung versetzt wird. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem stillstehenden Zug und haben plötzlich das Gefühl, sich zu bewegen, weil der Zug nebenan losfährt. Während dieses Vorganges sind Sie desorientiert. Was Sie in diesem Zustand erleben, entspricht nicht der Wirklichkeit.

Ein Legastheniker wird durch unbekannte Worte, Inhalte oder Symbole, wie z.B. Buchstaben oder abstrakte Begriffe es sein können, unfreiwillig desorientiert. Der Betreffende ist dann nicht mehr in der Lage, exakt wahrzunehmen. In seiner Phantasie sucht er nach Anhaltspunkten, um die entstandene Verwirrung zu beseitigen, aber so gefundene Gedankenschlüsse sind meist falsch. Die Hauptvoraussetzung für richtiges Lernen ist die Orientierung und die Beherrschung verwirrender Symbole und Begriffe.


An dieser Stelle setzt das Davis® Orientierungs-Training an: Die Orientierung schafft die Erfahrung, dass die eigene Wahrnehmung mit der Realität übereinstimmt. Die Arbeit an Buchstaben und Worten lässt erleben, dass mit einer korrekten Wahrnehmung effektives Lernen möglich ist.

Legasthenie ist nicht länger ein schwerer Mangel, sie ist Teil eines Talentes!


Wendolino heißt dieser kleine Kobold. An seinem Spiegel kann man genau sehen, wie es ihm geht. Ist er orientiert –

(Das ist wohl das, was die Erwachsenen meinen, wenn sie sagen: Konzentriere dich bitte!)


– so geht es ihm gut!

Aber wenn er verwirrt ist, so steht die Welt Kopf.

Nichts ist mehr so, wie es sein sollte und er fühlt sich richtig schlecht. – Ungefähr so, wie wenn ein Mensch vor einer Aufgabe steht, die er nicht bewältigen kann – bei Kindern kann das schon die Aufforderung sein: Lies das bitte mal vor, oder schreib diesen Satz auf…

Wendolino weiß, wie er diesen ungemütlichen Zustand beenden kann, einfach orientieren, dann ist die Welt wieder im Lot und er sieht klar und kann seine Umwelt richtig wahrnehmen.